Über die Gräben: ein Experiment gegen Polarisierung.
Heimatliebe: wertvolle Tugend oder problematische Parteilichkeit?
«Wir reden nicht mehr miteinander», wird geklagt, «die Gesellschaft ist polarisiert», «alle nur in ihrer Bubble». Statt uns mit einem Kaffee oder Bier zusammenzusetzen, ignorieren oder verachten wir «die anderen» – wer auch immer das jeweils ist. Das ist nicht nur schade, sondern eine Gefahr für unser Zusammenleben und die Demokratie.
Unser experimentelles Format versucht, mit Hilfe eines gemeinsamen philosophischen Gesprächs über solche Gräben aufzusteigen. Nach zwei tollen Anlässen im Baronenhaus im letzten Jahr laden wir auch im Februar und März 2027 an zwei Sonntagvormittagen je zwei Menschen aus Wil oder Umgebung ein, zu einem Thema unterschiedlicher Meinung sind. Mit Hilfe von Dominique Künzle, Philosophielehrer an der Kanti Wil und Dozent an der Universität Zürich, versuchen wir, uns gemeinsam der Wahrheit zu nähern, indem wir ruhig, konstruktiv und sorgfältig die Wurzeln der Uneinigkeit offenlegen.
Es liegt in der Natur eines Experiments, dass das gelingen mag oder eben nicht – aber zumindest werden wir einen konstruktiven und interessanten Offline-Vormittag miteinander verbringen im Bemühen, gegenwärtigen polarisierenden Tendenzen etwas entgegenzusetzen.
Heimatliebe: Viele fühlen sich ihrer Region oder ihrem Land besonders verbunden, sind vielleicht sogar stolz darauf. XX hält das für nicht nur verständlich, sondern auch wertvoll. Heimatliebe stifte Identität, Orientierung und Solidarität. YY hingegen versteht nicht, warum die zufällige Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation oder Kultur bedeutsam sein soll. Heimatliebe sei letztlich eine Form von Parteilichkeit – psychologisch nachvollziehbar, aber nicht edler als Egoismus oder die Bevorzugung des FC Wil gegenüber anderen Clubs.
Anmeldeformular
Falls der Kurs ausgebucht ist, nehmen Sie bitte per Mail auf info@vhs-wil.ch Kontakt mit uns auf, wir setzen Sie dann gerne auf die Warteliste oder prüfen, ob wir weitere Plätze schaffen können.